Andrea Hoch
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Pine Ridge Reservat

Geschichte

 

Vor Jahrhunderten bewohnten die Lakota das Gebiet der Great Plains nördlich des Platte Rivers, das heutige Nord- und Süd Dakota und reichte im Westen bis zu den Big Horn Mountains.

 

Im Laufe der Jahre wurden Handelsposten errichtet, Fort William und Fort Laramie entstanden, in deren Umgebung Lakota Gruppen siedelten, um Tauschhandel zu betreiben. Anfang der 50ger Jahre wurden Verträge geschlossen, in denen die Grenzen des Indianergebiets festgelegt wurden und Siedlern der freie Durchgang gewährt wurde. Je mehr Siedler ins Land zogen, desto mehr Auseinandersetzungen gab es und desto mehr Verträge wurden geschlossen und gebrochen. Der Eklat folgte, als Ende der 70ger Jahre in den Black Hills Gold gefunden wurde. Im Verlauf der Auseinandersetzungen kam es 1874 zur Schlacht am Little Big Horn, wo Custer und seine Truppe geschlagen wurde. Es sollte der letzte große Sieg der Lakota gewesen sein. Im folgenden Jahr wurden die Lakota bei Fort Robinson zusammengetrieben und Häuptling Crazy Horse wurde ermordet.

 

Das Massaker bei Woundet Knee am 29. Dezember 198o brach den letzten Widerstand der Lakota. Die Zahlenangaben der getöteten Indianer schwankt zwischen 150 und 350. Die 25 getöteten Soldaten wurden Großteils von verirrten Kugeln ihrer Kameraden getötet. Nachdem die Indianer in Reservate gepfercht wurden, begann man mit der Amerikanisierung. Die Kinder wurden auf Boarding Schools geschickt. Dort wurden ihnen die Haare geschnitten und sie mussten Kleidung der Weißen tragen. Körperliche Züchtigung war Teil der Erziehung, die Lehrer scheuten sich nicht, den Kindern mit Seifenlauge den Mund auszuspülen, wenn sie in ihrer Sprache redeten. Wenn die Kinder Jahre später freigelassen wurden, fanden sie sich in ihrem alten Leben nicht mehr zurecht, doch auch in der Welt der Weißen waren sie Fremde.
In den Reservaten waren die Indianer, die einst stolz über die Prärie ritten, Gefangene. Jagen und die Ausübung ihrer Riten war verboten, versprochene Lebensmittel trafen spärlich ein und waren oft verdorben, medizinische Versorgung war so gut wie nicht gegeben. Das Elend in den Reservationen war unbeschreiblich.  




Bildquelle: http://www.keya.ch/
 

Reservat

 

Die Pine Ridge Reservation ist ein Indianerreservat im Südwesten des US-Bundesstaates South Dakota an der Grenze zu Nebraska und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 11.000 km² auf der ca.42.000 Menschen leben. Der Großteil des von Lakota bewohnten Reservats liegt im Shannon County und Jackson County. Hauptstadt ist Pine Ridge.

 

Das heutige Reservat war ursprünglich Teil eines großen Reservats, das durch den Vertrag von Fort Laramie 1868 eingerichtet wurde und 240.000 km² in South Dakoata, Nebraska und Wyoming umfasste. 10 Jahre später wurden den Indianern 31.000 km² in den Black Hills weggenommen. 1889 wurde das Gebiet in sieben Reservate aufgeteilt; Cheyenne River, Crow Creek, Lower Brule, Rosebud, Sisseton, Yankton und Pine Ridge Reservation.

 

Die Pine Ridge Reservation gehört zu den ärmsten Regionen der Vereinigten Staaten. Es gibt keine Industrie, der Boden ist karg. In der Amtszeit von Dick Wilson, dem korrupten Stammesvorstand der Lakota, kam es in den 1970er Jahren zu gewaltsamen und bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit Aktivisten, Polizei und FBI. Mehr unter Leonard Peltier.

 

Die Arbeitslosigkeit beträgt ca 85 %, über 90 % der Reservatsbewohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Durch das Wohlfahrtsgesetz hat sich die Situation für viele Familien drastisch verschlechtert. Doch wo soll man arbeiten, wenn es wenig Arbeitsstellen gibt? Auf die wenigen Stellen, die für Indianer zugänglich sind, kommen viele Bewerber und sie sind schlecht bezahlt. Die meisten Jobs gibt es in Krankenhäusern und Schulen im Reservat.

 

Viele Familien haben weder Strom, noch Telefon. Die Lebensmittelrationen der Regierung, die zumeist aus Konserven bestehen, reichen oft nicht bis Monatsende. Durch die schlechte Ernährung gibt es hier die weltweit höchste Diabetesrate. Krebs, Herzkrankheiten, Totgeburten und Missbildungen sind weitere Symptome der schlechten Lebenssituation. Auch verseuchtes Wasser durch den Uranabbau in der Umgebung mag eine weitere Ursache viele Krankheiten sein. Durch die triste Situation sind viele Menschen alkohol- und drogenabhängig. Die Selbstmordrate ist sehr hoch. Die Lebenserwartung für Männer liegt bei 47 bei Frauen bei 50 Jahren.

 

Die Lakota wissen, dass sie den Weg der Weißen gehen müssen, um auch ihre Traditionen leben zu können. Sie versuchen aus ihren Traditionen und Zeremonien Kraft zu schöpfen. Doch es ist ein harter und langwieriger Weg, bis sie es schaffen werden, dem Chaos zu entfliehen und es geht nur mit Hilfe von außen. Engagierte Lakota versuchen mit hilfsbereiten Menschen aus Europa, die Spendengelder sammeln, viele Dinge neu zu organisieren.

Es ist bereits viel bewegt worden, doch es wird noch Jahre dauern, bis alles neu strukturiert ist. Mehr dazu unter den verschiedenen Links.

 

Wir können den Verlauf der Geschichte nicht ändern, doch wir können helfen. Jetzt!

 

Ich freue mich über Kritik und Anregung und gebe gerne Auskunft über Hilfsaktionen und Kinderpatenschaften. Schreiben sie eine Mail an: postmaster@andrea-hoch.at

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